Professionalisierung der Dokumentation in den Gedenkstätten Nordrhein-Westfalens

Gedenkstätten sind wichtige Sammlungsorte. Sie produzieren nicht nur selbst Überlieferung, sondern sind mittlerweile auch Anlaufpunkte für die Bevölkerung, insbesondere für Nachfahren Betroffener.

So entstanden mit der Zeit reiche Sammlungen an Dokumenten, Fotos und Objekten. Allerdings sind die meisten Gedenkstätten nicht als Archiv ausgelegt, geschweige denn ausgestattet. Vor allem fehlt es an der personellen Ausstattung, sodass eine kontinuierliche Arbeit in der Dokumentation nur selten möglich ist. Durch unsachgemäße Lagerung und veraltete Datenträger (VHS) besteht somit die Gefahr, dass wichtige Quellen zur Erinnerungskultur unwiederbringlich verloren gehen könnten, was vor dem Hintergrund des Verstummens der Zeitzeugengeneration besonders dramatisch wäre – es besteht höchster Handlungsbedarf!

dokuprojekt_-_manchmal_chinesisch_3 - KopieDr. Christoph Spieker und MA Timm C. Richter bei der Begutachtung eines Objekts

Ein Pilotprojekt, welches von der Villa ten Hompel koordiniert wird, möchte deshalb die Professionalisierung in der Dokumentation in den Gedenkstätten vorantreiben. Kern des Projektes ist die Erfassung und Sicherung der Bestände, die Gewährleistung einer einheitlichen Dokumentation, die Verzeichnung und Digitalisierungen und die Entwicklung einer Sammlungsstrategie. Ein Ziel des Projektes ist zudem, die Erstellung eines allgemeingültigen Leitfadens zur Dokumentation in den Gedenkstätten, der Mindeststandards setzen und allen NRW-Gedenkstätten zur Verfügung gestellt werden soll.

Förderer dieses von Januar 2017 – Dezember 2018 in der Villa ten Hompel durchgeführten Projektes sind u. a. die Landeszentrale für politische Bildung Nordrhein-Westfalen und die NRW Stiftung.

dokuprojekt_03_-_Kopie - KopieProjektverantwortlicher ist der Münsteraner Historiker Timm C. Richter.

Weitere Kooperationspartner:

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